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Weltkongresse . EL PORTUS 2006
25 jährigen Jubiläums FEN
Charles Obergfell
Vizepräsident der INF-FNI
Ein weltweites Freundschaftsband –
Gemeinsamkeiten im Naturismus
Caroj amikinoj, kaj amikoj, saluton a tiu trideka kongreso de la INF-FNI!

In den drei Sprachen der INF-FNI, hätte ich gesagt: "liebe Freundinnen, liebe Freunde, willkommen bei diesem dreißigsten Kongress der INF-FNI!"
Auf symbolische Art habe ich in unserem internationalen Kontext mit dieser Begrüßung in Esperanto begonnen, diese Sprache die ein polnischer Arzt erfunden hatte, der Dr. Ludwig-Lazarus Zamenhof, der im Jahr 1887, nach 13 Jahren fleißiger Arbeit sein erstes Handbuch über diese Ausdrucksform mit vereinfachten Regeln ausgedacht hat um allen Bewohnern unserer Planet ein universales Kommunikationswerkzeug zu liefern. Zamenhof behauptete nämlich: "die Menschen sind gleich, sie sind Geschöpfe einer gleichen Art. Sie haben alle ein Herz, ein Hirn, Weiterzeugungsorgane, ein Ideal und Bedarfe, nur die Sprache und die Staatsangehörigkeit unterscheiden sie". Er fügt hinzu: "Ich habe die Überzeugung gewonnen dass eine internationale Sprache nur eine neutrale sein kann und nicht die Sprache einer Nation".



 

 
Diese höchst humanistische Denkweise, die sich wesensgemäß auch auf humanistische Basis lehnt, war einige Jahre später wieder aufgenommen worden von den Anhänger unserer Bewegung. Gestattet mir bitte, mich einige Augenblicke mich über dieses Wort "Humanismus" aufzuhalten. Breit gesehen bezeichnet es die philosophische Position die den höheren Wert des Menschen bekräftigt. Die Historiker denken eher an die intellektuelle Bewegung die in Europa unter der Renaissance geblüht hat und der sich von der Erbe der Philosophen der Antike inspiriert hat und die heute noch sehr weitgehend die Grundlagen unserer Demokratien beeinflusst. Aber in Wirklichkeit beruhten die Gedanken der Humanisten der 15. und 16. Jahrhunderte grundsätzlich auf der allgemeine bereits erwähnte Definition. Die Werken dieser Humanisten sind sehr sorgfältig in Manuskripten und Inkunabeln aufbewahrt, sie sind allgemein in Lateinisch geschrieben, dies war das Esperanto deren Verfasser. Einer davon, ein besonders brillanter Holländer, hat eine derartige Prägung hinterlassen, so dass er in Europa das gemeinsame Gut zahlreicher Generationen bis zu unserer Zeit geworden ist. Ich erwähne, so werdet Ihr es auch verstanden haben, Erasmus, dieser Wanderprophet aus Rotterdam der sein Leben verbracht hat um das Glück und die menschliche Freiheit anzupreisen, im Gegensatz der strengen Positionen der geistlichen Behörden seiner Zeit die verschiedene Richtungen einschlugen. Er hat sich drüber lustig gemacht und hat versucht die Standpunkte zu vereinigen während er probierte die dogmatischen Starrheiten zu mäßigen. Er hat uns besonders das "Lob der Torheit" vermacht, ein offenbar ironischer Titel denn nichts strahlt mehr den gesunden Verstand aus als dieses berühmte Werk.
 

 

 
Später hat sich der Humanismus weiter unter anderen Varianten geäußert. Die Nichtgewaltanwendung ist eine solche, wenn auch ihre Richtung forderungsreicher ist als es scheint. Wenn also der Mahatma (die große Seele) Gandhi, beeinflusst von den großen Weisen aller Zeiten, mit nackten Händen die Menschenmengen gegen einen bewaffneten Feind bewegte um am Ende einen als unmöglich vermuteten Sieg zu erreichen, hat er niemals aufgehört aktiv für eine Welt des Friedens und der Liebe zu handeln. Ein ähnlicher Kampf wurde in den Vereinigten Staaten von Martin Luther King geführt. Diese zwei großen Persönlichkeiten haben mit ihrem Leben ihre Bemühungen nach einer Menschheit ohne Hass und auf Freundschaft unter allen Völkern beruhend eingebüßt. Sie haben bewusst das Risiko des höchsten Opfers übernommen.

In den Jahrzehnten der Mitte des 20. Jahrhundertes haben andere Philosophen und Künstler diesen Traum gepflegt, ohne jedoch ein so hoher Beitrag zu entrichten. Sie haben einen Gedankenstrom gegründet zur Annäherung aller Völker, der auf ein teilnehmendes Echo in allen Schichten der Bevölkerungen zahlreicher Länder gemündet ist. In dieser Zeit war die Begeisterung für Radio-Amateure auf Kurzwellen ein Beispiel das ein wahrer Willen erwiesen hat diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, mit konkreten Erfolgen. Sänger, Dichter, Schriftsteller, sogar Sportler, deren Namen aufzulisten jetzt zu lange wäre , haben den Kult der Freundschaft unter den Menschen, die frei in Osmose mit der Natur leben, weiter zu rühmen und zu gleicher Zeit den Begriff der Grenzen relativierten und für die die weltweite Brüderlichkeit eine wesentliche Wichtigkeit hatte.

Einige davon haben auf instinktive Art empfunden dass die Annäherung zwischen den Menschen nur durch Verschleierungstricks gebremst werden können die durch die Jahrhunderte angefertigt wurden. Die Selbstakzeptierung, die die erste Bedingung ist zur Akzeptierung der Anderen, geht durch die Aufhebung aller Verstellungsartikel die seit Urzeiten erfunden wurden. Die Kleidung die unrechten Zwecken benutzt wird ist eine davon. Die Nacktheit begünstigt weitgehend die Akzeptierung von sich selbst und von den Andern. Das echte enthüllte Wesen verweigert die Verstellung und richtet sich auf natürliche Art zur Wahrheit. Die Wahrheit, die nur nackt sein kann, ist die Grundlage der Freundschaft genau wie der Zusammenhang Nacktheit -Wahrheit die Grundlage ist des Naturismus auf den wir uns berufen. Dieser Zusammenhang enthält und bekräftigt alle Begriffe die hier erwähnt wurden. Er stellt einen bedeutenden Mehrwert vor zu allem was unsere alten Weisen uns vermacht haben. Die Nacktheit die gemeinschaftlich gesund erlebt wird, die die sozialen Trennungen abschafft und auf erstaunliche Art die Beziehungen zwischen den Generationen erleichtert, erhöht zu gleicher Zeit die Persönlichkeit hervor von jedem Mitglied das nicht oberflächlich beurteilt wird wie in der Textilwelt.

Ich habe soeben das Wort Mitglied ausgesprochen, das heißt die Angliederung an eine Organisation. Es ist angebracht sich ein Augenblick darüber aufzuhalten. Die Nacktheit im Freien ist die Entledigung aller von der Gesellschaft auferlegten konventionellen Gezwungenheiten; dies könnte glauben lassen dass sie sich von allen Regeln befreit. Es gibt öffentliche Stellen wo die Ortsbehörden die Ausübung der Nacktheit erlauben. Im Allgemeinen unterstehen sie einer diskreten Aufsicht und durch zahlreichem Besuch können dort sogar freundliche Verbindungen entstehen. Aber es ist weniger üblich dass sich die Benutzer diesen Orten sich in der Ausrichtung eines gemeines Werkes eingebunden fühlen wie in einer vereinsmäßigen Organisation in der sich das Empfinden schmiedet an der Entwicklung zur guten Sache mit zu wirken. Auf unseren Geländen sind wir unter Leuten die durch ein selbes Ideal motiviert sind, das bedeutet einen gemeinsamen Gang auf freundschaftlichem und aufrichtigem Hintergrund, begünstigt durch die Offenheit der Körper die auch die der Geister begünstigt. Freilich können nicht alle Mitglieder untereinander intim werden. Der Naturismus löscht nicht die Charakterunterschiede, die persönliche Sympathien, der jedem eigenen Lebenslauf, das Verwirklichungspotenzial der veränderlich ist von einem zum anderen, aber sie stehen sich einander gern bei in einem Aufschwung herzlicher Solidarität zur Ausrichtung einer gemeinen Idee. Ein großer Gewinn kommt auf allein stehenden Personen zurück die zum kollektiven Sinn zurückgeführt werden und die dort eine große Sicherheit und ein effizientes Hilfsmittel gegen die Einsamkeit finden. Es sei schon dass es sich um einen persönlichen Wunsch handelt – und dann ist diese Wahl zu respektieren – ist es so dass niemand allein ist in einem Naturistenverein.

Zu wissen dass dieser Geisteszustand, der mit kleinen Variationen in allen Vereinen herrscht in den Ländern in denen der organisierte Naturismus sich einpflanzen konnte, beschert den Anhänger ein Gefühl des Wohlbefindens und Sorglosigkeit. Etliche fühlen sich sehr glücklich in ihrem Verein und empfinden nicht die Nötigkeit ihren Lebensstil anderswo zu genießen. Aber die Geistesneugier von vielen Anderen reizt diese an andere Gegenden, andere Länder, andere Kulturen anzunähern, ohne dafür auf die freundliche und offene Atmosphäre zu verzichten die die Naturistenvereinen kennzeichnet. Die Beispiele spontanes Vertrauens den Besucher gegenüber die ihre Mitgliedschaft angeben sind häufig und kommen überall auf der Welt vor. Ein Mitglied ist, sobald es seine Karte vorzeigt, nicht mehr unbekannt, sogar wenn es von der anderen Seite der Erdkugel kommt. Um seine Marke zu bekommen hat dieses Mitglied eine Verpflichtung unterschrieben unsere Werte zu teilen und außer Ausnahmefälle die schnell ausfindig gemacht werden wird es durch ein warmes Willkommen begrüßt. Natürlich verfügen nicht alle Vereine immer und sofort über den geschulten Empfangsangestellten, aber der reisende Naturist wird sich daran erinnern dass es auch bei uns unterschiedliche Leute gibt und wird den Hauptsinn nicht außer Sicht lassen.

Diese charakteristischen Punkte sind in der Regel allgemein in allen Naturistenvereinen der Welt und sollen es auch bleiben. Wenn ich mich besonders auf die vereinsmäßige Form unserer Bewegung verweile ist es weil sie Grundstruktur unsere Bewegung bleibt. Die Vereine werden ehrenamtlich geführt und bilden die Föderationen und die Föderationen bilden die Weltföderation die auch von Freiwilligen betreut wird. Dieses auf Ideal- und Brüderlichkeit weltweit aufgebaute Funktionieren ist unersetzbar. Wir müssen diesem Band treu bleiben, im Geist unserer Gründer die in den Spuren der äußerst weit blickenden Philosophen und der Naturspezialisten gehandelt haben und deren Visionärtugenden heute sehr deutlich erscheinen. Die Vereine pflegen die naturistische Erziehung die die Persönlichkeit der Mitglieder stark einprägt, in ihrem täglichen Leben sowie in allen anderen Zentren und naturistischen Orten.

Diese anderen Orten haben den Vorteil dass sie es gibt und wir brauchen sie materiell denn die Vereine allein reichen nicht aus um den Bedarf zu decken der zahlreichen Feriengästen die nicht alle zum Gemeinschaftsleben vorbereitet sind. Dies erleichtert nicht die erwünschte Osmose und der durch die modernen technischen Mitteln unterhaltenes Individualismus kann das Risiko der Einsamkeit und der Anonymität aufkommen lassen; wir haben gesehen dass dies nicht gerade im Sinn des Naturismus ist. Darum ist es wichtig dass die Föderationen über diese Orte völlig informiert und wachsam bleiben damit sie die Feriengäste leiten und beraten können. Gegenwärtig werden Arbeiten geführt um diese Idee besser zu verwirklichen und es ist wünschenswert dass diese mit Erfolg gekrönt werden. Ohne dass es sich um eine bedingungslose Regel handelt kann trotzdem beobachtet werden dass die kommerziellen Feriengeländen die von Naturisten betrieben werden die von den hier erwähnten Werten geprägt sind und einer höchstes mittlere Größe am besten den freundlichen Empfang und die Qualität eines warmen Aufenthalt bieten so wie sie in Vereinskreisen üblich sind.

Ist es dann so dass es genügt Mitglied einer unser Föderationen zu sein um in einer ätherischen, von der übrigen Welt getrennte, Freundschaftssphäre zu leben? Es wäre natürlich naiv so etwas zu glauben! Wir gehören zum Menschengeschlecht, etwa hundert tausend Generationen haben vor uns gelebt und die Konflikte waren noch immer ein Bestandteil der Menschheit gewesen. Große Fortschritte sind schon gemacht worden in dieser Bewusstwerdung, aber der Mangel ist bei weitem noch nicht ausgestorben. Die berühmten Humanisten haben es nie versäumt uns zu erinnern dass unsere große Unvollkommenheit die Hauptquelle davon ist. Aber unterrichtet durch die Belehrungen der Weisen der Antike, haben sie uns den Weg weiter gebahnt um die Konflikte in aller Klarheit zu bemeistern und jedes Mal ein wenig reifer herauszukommen. Sie haben uns empfinden lassen dass nichts total wahr oder falsch ist. Die Naturisten, die überzeugt sind dass sie nicht die vollkommene Wahrheit innehaben, werden sich unter allen schweren Umständen die Gabe des gegenseitigen Zugeständnisses machen.

Wir sind die Vertreter dieses weltweiten Freundschaftsbandes. Wir sind nur während den vier Tagen dieses Kongresses beisammen, aber diese Verbindung darf sich auf keinen Fall sich auf diesen Zeitbruch begrenzen. Es steht uns zu, wo immer wir uns befinden, die Bedingungen zu bearbeiten die unserem Ideal erlauben sich fortzusetzen über die zukünftigen Generationen denen wir gedenken die bessere Welt zu vermachen die sich unsere Gründer sich vorgestellt haben. Es steht uns zu diesen Vorsatz zu verbreiten und verständlich zu machen.

Vielleicht werden wir es einmal auf Esperanto tun, es wäre im Sinne seines Erfinders und den im Verhältnis zurzeit beschränkten Zahl seiner Benutzer die in Gedankenharmonie mit uns sind. Aber jetzt sofort sage ich mit voller Kraft in unseren offiziellen Sprachen:

 
"es lebe der Naturismus, die feinste aller menschlichen Beziehungen,
es lebe die INF-FNI, das weltweite Freundschaftsband par excellence!"

 

 
ICharles Obergfell
Vizepräsident der INF-FNI
September 2006
 

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