Später hat sich der Humanismus
weiter unter anderen Varianten geäußert.
Die Nichtgewaltanwendung ist eine solche, wenn auch
ihre Richtung forderungsreicher ist als es scheint.
Wenn also der Mahatma (die große Seele) Gandhi,
beeinflusst von den großen Weisen aller Zeiten,
mit nackten Händen die Menschenmengen gegen einen
bewaffneten Feind bewegte um am Ende einen als unmöglich
vermuteten Sieg zu erreichen, hat er niemals aufgehört
aktiv für eine Welt des Friedens und der Liebe
zu handeln. Ein ähnlicher Kampf wurde in den Vereinigten
Staaten von Martin Luther King geführt. Diese zwei
großen Persönlichkeiten haben mit ihrem Leben
ihre Bemühungen nach einer Menschheit ohne Hass
und auf Freundschaft unter allen Völkern beruhend
eingebüßt. Sie haben bewusst das Risiko des
höchsten Opfers übernommen.
In den Jahrzehnten der Mitte des 20. Jahrhundertes
haben andere Philosophen und Künstler diesen
Traum gepflegt, ohne jedoch ein so hoher Beitrag zu
entrichten. Sie haben einen Gedankenstrom gegründet
zur Annäherung aller Völker, der auf ein
teilnehmendes Echo in allen Schichten der Bevölkerungen
zahlreicher Länder gemündet ist. In dieser
Zeit war die Begeisterung für Radio-Amateure
auf Kurzwellen ein Beispiel das ein wahrer Willen
erwiesen hat diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen,
mit konkreten Erfolgen. Sänger, Dichter, Schriftsteller,
sogar Sportler, deren Namen aufzulisten jetzt zu lange
wäre , haben den Kult der Freundschaft unter
den Menschen, die frei in Osmose mit der Natur leben,
weiter zu rühmen und zu gleicher Zeit den Begriff
der Grenzen relativierten und für die die weltweite
Brüderlichkeit eine wesentliche Wichtigkeit hatte.
Einige davon haben auf instinktive Art empfunden
dass die Annäherung zwischen den Menschen nur
durch Verschleierungstricks gebremst werden können
die durch die Jahrhunderte angefertigt wurden. Die
Selbstakzeptierung, die die erste Bedingung ist zur
Akzeptierung der Anderen, geht durch die Aufhebung
aller Verstellungsartikel die seit Urzeiten erfunden
wurden. Die Kleidung die unrechten Zwecken benutzt
wird ist eine davon. Die Nacktheit begünstigt
weitgehend die Akzeptierung von sich selbst und von
den Andern. Das echte enthüllte Wesen verweigert
die Verstellung und richtet sich auf natürliche
Art zur Wahrheit. Die Wahrheit, die nur nackt sein
kann, ist die Grundlage der Freundschaft genau wie
der Zusammenhang Nacktheit -Wahrheit die Grundlage
ist des Naturismus auf den wir uns berufen. Dieser
Zusammenhang enthält und bekräftigt alle
Begriffe die hier erwähnt wurden. Er stellt einen
bedeutenden Mehrwert vor zu allem was unsere alten
Weisen uns vermacht haben. Die Nacktheit die gemeinschaftlich
gesund erlebt wird, die die sozialen Trennungen abschafft
und auf erstaunliche Art die Beziehungen zwischen
den Generationen erleichtert, erhöht zu gleicher
Zeit die Persönlichkeit hervor von jedem Mitglied
das nicht oberflächlich beurteilt wird wie in
der Textilwelt.
Ich habe soeben das Wort Mitglied ausgesprochen,
das heißt die Angliederung an eine Organisation.
Es ist angebracht sich ein Augenblick darüber
aufzuhalten. Die Nacktheit im Freien ist die Entledigung
aller von der Gesellschaft auferlegten konventionellen
Gezwungenheiten; dies könnte glauben lassen dass
sie sich von allen Regeln befreit. Es gibt öffentliche
Stellen wo die Ortsbehörden die Ausübung
der Nacktheit erlauben. Im Allgemeinen unterstehen
sie einer diskreten Aufsicht und durch zahlreichem
Besuch können dort sogar freundliche Verbindungen
entstehen. Aber es ist weniger üblich dass sich
die Benutzer diesen Orten sich in der Ausrichtung
eines gemeines Werkes eingebunden fühlen wie
in einer vereinsmäßigen Organisation in
der sich das Empfinden schmiedet an der Entwicklung
zur guten Sache mit zu wirken. Auf unseren Geländen
sind wir unter Leuten die durch ein selbes Ideal motiviert
sind, das bedeutet einen gemeinsamen Gang auf freundschaftlichem
und aufrichtigem Hintergrund, begünstigt durch
die Offenheit der Körper die auch die der Geister
begünstigt. Freilich können nicht alle Mitglieder
untereinander intim werden. Der Naturismus löscht
nicht die Charakterunterschiede, die persönliche
Sympathien, der jedem eigenen Lebenslauf, das Verwirklichungspotenzial
der veränderlich ist von einem zum anderen, aber
sie stehen sich einander gern bei in einem Aufschwung
herzlicher Solidarität zur Ausrichtung einer
gemeinen Idee. Ein großer Gewinn kommt auf allein
stehenden Personen zurück die zum kollektiven
Sinn zurückgeführt werden und die dort eine
große Sicherheit und ein effizientes Hilfsmittel
gegen die Einsamkeit finden. Es sei schon dass es
sich um einen persönlichen Wunsch handelt –
und dann ist diese Wahl zu respektieren – ist
es so dass niemand allein ist in einem Naturistenverein.
Zu wissen dass dieser Geisteszustand, der mit kleinen
Variationen in allen Vereinen herrscht in den Ländern
in denen der organisierte Naturismus sich einpflanzen
konnte, beschert den Anhänger ein Gefühl
des Wohlbefindens und Sorglosigkeit. Etliche fühlen
sich sehr glücklich in ihrem Verein und empfinden
nicht die Nötigkeit ihren Lebensstil anderswo
zu genießen. Aber die Geistesneugier von vielen
Anderen reizt diese an andere Gegenden, andere Länder,
andere Kulturen anzunähern, ohne dafür auf
die freundliche und offene Atmosphäre zu verzichten
die die Naturistenvereinen kennzeichnet. Die Beispiele
spontanes Vertrauens den Besucher gegenüber die
ihre Mitgliedschaft angeben sind häufig und kommen
überall auf der Welt vor. Ein Mitglied ist, sobald
es seine Karte vorzeigt, nicht mehr unbekannt, sogar
wenn es von der anderen Seite der Erdkugel kommt.
Um seine Marke zu bekommen hat dieses Mitglied eine
Verpflichtung unterschrieben unsere Werte zu teilen
und außer Ausnahmefälle die schnell ausfindig
gemacht werden wird es durch ein warmes Willkommen
begrüßt. Natürlich verfügen nicht
alle Vereine immer und sofort über den geschulten
Empfangsangestellten, aber der reisende Naturist wird
sich daran erinnern dass es auch bei uns unterschiedliche
Leute gibt und wird den Hauptsinn nicht außer
Sicht lassen.
Diese charakteristischen Punkte sind in der Regel
allgemein in allen Naturistenvereinen der Welt und
sollen es auch bleiben. Wenn ich mich besonders auf
die vereinsmäßige Form unserer Bewegung
verweile ist es weil sie Grundstruktur unsere Bewegung
bleibt. Die Vereine werden ehrenamtlich geführt
und bilden die Föderationen und die Föderationen
bilden die Weltföderation die auch von Freiwilligen
betreut wird. Dieses auf Ideal- und Brüderlichkeit
weltweit aufgebaute Funktionieren ist unersetzbar.
Wir müssen diesem Band treu bleiben, im Geist
unserer Gründer die in den Spuren der äußerst
weit blickenden Philosophen und der Naturspezialisten
gehandelt haben und deren Visionärtugenden heute
sehr deutlich erscheinen. Die Vereine pflegen die
naturistische Erziehung die die Persönlichkeit
der Mitglieder stark einprägt, in ihrem täglichen
Leben sowie in allen anderen Zentren und naturistischen
Orten.
Diese anderen Orten haben den Vorteil dass sie es
gibt und wir brauchen sie materiell denn die Vereine
allein reichen nicht aus um den Bedarf zu decken der
zahlreichen Feriengästen die nicht alle zum Gemeinschaftsleben
vorbereitet sind. Dies erleichtert nicht die erwünschte
Osmose und der durch die modernen technischen Mitteln
unterhaltenes Individualismus kann das Risiko der
Einsamkeit und der Anonymität aufkommen lassen;
wir haben gesehen dass dies nicht gerade im Sinn des
Naturismus ist. Darum ist es wichtig dass die Föderationen
über diese Orte völlig informiert und wachsam
bleiben damit sie die Feriengäste leiten und
beraten können. Gegenwärtig werden Arbeiten
geführt um diese Idee besser zu verwirklichen
und es ist wünschenswert dass diese mit Erfolg
gekrönt werden. Ohne dass es sich um eine bedingungslose
Regel handelt kann trotzdem beobachtet werden dass
die kommerziellen Feriengeländen die von Naturisten
betrieben werden die von den hier erwähnten Werten
geprägt sind und einer höchstes mittlere
Größe am besten den freundlichen Empfang
und die Qualität eines warmen Aufenthalt bieten
so wie sie in Vereinskreisen üblich sind.
Ist es dann so dass es genügt Mitglied einer
unser Föderationen zu sein um in einer ätherischen,
von der übrigen Welt getrennte, Freundschaftssphäre
zu leben? Es wäre natürlich naiv so etwas
zu glauben! Wir gehören zum Menschengeschlecht,
etwa hundert tausend Generationen haben vor uns gelebt
und die Konflikte waren noch immer ein Bestandteil
der Menschheit gewesen. Große Fortschritte sind
schon gemacht worden in dieser Bewusstwerdung, aber
der Mangel ist bei weitem noch nicht ausgestorben.
Die berühmten Humanisten haben es nie versäumt
uns zu erinnern dass unsere große Unvollkommenheit
die Hauptquelle davon ist. Aber unterrichtet durch
die Belehrungen der Weisen der Antike, haben sie uns
den Weg weiter gebahnt um die Konflikte in aller Klarheit
zu bemeistern und jedes Mal ein wenig reifer herauszukommen.
Sie haben uns empfinden lassen dass nichts total wahr
oder falsch ist. Die Naturisten, die überzeugt
sind dass sie nicht die vollkommene Wahrheit innehaben,
werden sich unter allen schweren Umständen die
Gabe des gegenseitigen Zugeständnisses machen.
Wir sind die Vertreter dieses weltweiten Freundschaftsbandes.
Wir sind nur während den vier Tagen dieses Kongresses
beisammen, aber diese Verbindung darf sich auf keinen
Fall sich auf diesen Zeitbruch begrenzen. Es steht
uns zu, wo immer wir uns befinden, die Bedingungen
zu bearbeiten die unserem Ideal erlauben sich fortzusetzen
über die zukünftigen Generationen denen
wir gedenken die bessere Welt zu vermachen die sich
unsere Gründer sich vorgestellt haben. Es steht
uns zu diesen Vorsatz zu verbreiten und verständlich
zu machen.
Vielleicht werden wir es einmal auf Esperanto tun,
es wäre im Sinne seines Erfinders und den im
Verhältnis zurzeit beschränkten Zahl seiner
Benutzer die in Gedankenharmonie mit uns sind. Aber
jetzt sofort sage ich mit voller Kraft in unseren
offiziellen Sprachen: